Das Lonetal

Die Lone

Die Lone entspringt in Urspring in einer Höhe von 568 m ü NN im Alb-Donau-Kreis und fließt bis Hürben im Landkreis Heidenheim. Dort mündet die Lone nach ca. 36,7 km in die Hürbe und nach wenigen gemeinsamen Kilometern bei Hermaringen in die Brenz. Sie fließt von Urspring zunächst in südöstlicher Richtung und schwenkt kurz nach Bernstadt in nordöstliche Richtung bis zum Zusammenfluss mit der Hürbe.

 

Die Namensgebung nach dem Zusammenfluss Lone / Hürbe ist übrigens eine Besonderheit. Üblicherweise wird der Name des längeren Flusslaufes als namensgebend übernommen. In diesem Fall wird der Flusslauf allerdings nach der wesentlich kürzeren Hürbe benannt, vermutlich deshalb weil die Hürbe im Gegensatz zur Lone ganzjährig wasserführend ist. Die Hürbe fließt im früheren Flussbett der Brenz, die vor Hermaringen westlich abzweigte und  den Kag- und Stettberg umfloss.

 

Über den Bahnhof Hermaringen gelangt man an der einzigen Stelle direkt ins Flusstal ohne Steigung.


Während der Kreidezeit war die Lone ein bedeutender Fluss, der im Schwarzwald entsprang. Der frühere Flusslauf führte etwa durch das heutige Neckartal bis Plochingen, von dort ins heutige Filstal, danach ins heutige Lonebett und von dort weiter bis in den Bereich des heutigen Oberschwaben. Dort mündete die Lone in das damalige Tethysmeer. Die Hebungen der Alpen und der Schwäbischen Alb und das damit zusammenhängende Absinken des Oberrheingrabens änderten die Flussläufe, lenkten die Fils und den Neckar in ihr heutiges Bett und verlagerten die Lone auf die Albhochfläche.

Das Tal

Das heutige Lonetal wurde durch abfließende Wassermassen in der Kreidezeit und durch die Ur-Lone geformt, die zunächst nahe der Alpen und später in Höhe des heutigen Lonetals in ein subtropisches Meer mündeten.

 

In diesem Tal breitete sich eine reiche Tierwelt aus, die vermutlich die frühe menschliche Besiedelung des Tales begünstigte.

 

Sowohl im Lonetal, als auch im nahe gelegenen Achtal wurden zahlreiche Statuen und Objekte aus der Altsteinzeit (Paläolithikum 600000 — 8000 v. Chr) gefunden, die mit einem Alter von 30000 — 40000 Jahren die bisher ältesten bekannten Kunstwerke der Menschheit darstellen.

 

Aus dem einst mächtigen Fluss wurde heute ein Rinnsal, das nicht ganzjährig Wasser führt und sich in Hürben mit der Hürbe vereint und damit zu einem Wasserlauf wird, der ganzjährig Wasser führt. Entgegen der sonstigen Namensgebung bei Flüssen, wird das Gewässer nach der Vereinigung nicht nach dem längeren Flusslauf, sondern nach dem kürzeren, der Hürbe benannt. In Hermaringen mündet die Hürbe (Lone) in die Brenz.

Die Höhlen

Vogelherdhöhle  

Die Vogelherdhöhle liegt im unteren Drittel des Tales an der L 1168 zwischen Bissingen und einem Ortsteil von Niederstotzingen, Stetten ob Lontal.

Sie hat drei Mundlöcher. Die zwei großen, 2,5 bis 3,5 m hohen Mundlöcher sind durch einen ca. 40 m langen gebogenen Durchgang miteinander verbunden und werden als Große Vogelherdhöhle bezeichnet, im Gegensatz zur Kleinen Vogelherdhöhle, deren Eingang sehr eng ist und die ca. 40 m lang ist. Der Durchgang zwischen den beiden Höhlen  ist verschüttet.

 

Die Höhleneingänge

 

Beim Ausheben eines Dachsbaus wurden 1931 steinzeitliche Werkzeuge gefunden. Dabei wurde die Höhle entdeckt. Gustav Riek führte erste Ausgrabungen, deren Ergebnisse eine Besiedelung bis in die Bronzezeit belegen.

 

Weltweite Bekanntheit erlangte die Höhle aufgrund der darin gefundenen Figuren aus Mammut-Elfenbein, die bisher ältesten der Welt darunter das berühmte ca. 35000 Jahre alte Wildpferd. Weitere Figuren zeigen verschiedene Tiere der damaligen Fauna wie Mammut, Wisent, Bär, Panther, Höhlenlöwe. Die Funde befinden sich im Schlossmuseum Hohentübingen und im Ulmer Museum.

 

Im Jahr 2006 wurden der Ausgrabungsschutt der Grabungen von Riek unter der Leitung von Nicolas Conard erneut durchsucht. Diese systematischen Nachgrabungen führten zum Fund der bisher einzigen vollständig erhaltenen figürlichen Darstellung. Das Alter der 3,7 cm langen und 7,5 Gramm schweren Figur wird auf ca.28000 bis 36000 Jahre geschätzt. Über der Höhle befindet sich ein Grillplatz. Nahe der Mündung der Lone in die Hürbe liegt die ebenfalls sehenswerte Charlottenhöhle mit der Höhlenerlebniswelt.

 

Hohlenstein  

 

Der Hohlenstein liegt am Südhang des Lonetals zwischen Bockstein- und Vogelherdhöhle und fasst mehrere Höhlen zusammen.

 

Im Einzelnen sind dies die Bärenhöhle, die ca. 89 m lang ist und den Namen aufgrund der vielen in der Höhle gefundenen Bärenknochen erhielt, der

Stadel, der ca. 69 m lang ist und in dem die Einzelteile des Höhlenmensch gefunden wurden. Die Kleine Scheuer, ein 10 m breites Felsloch. Seit 1861 wird am Hohlenstein gegraben. Die lange Besiedelungsgeschichte ist durch viele Knochen und Scherben dokumentiert. 1591 wurde der Stadel zugemauert, damit er nicht zwielichtigem Volk als Unterschlupf dienen konnte. Bei der Öffnung 1937 wurden die Teile des Löwenmenschen gefunden. Die von Robert Wentzel der Stadt Ulm geschenkten Fundstücke, unter denen sich auch Bruchstücke aus Elfenbein befanden, wurden von Joachim Hahn analysiert. Dabei bemerkte er, dass die Elfenbeinsplitter zu einer Figur, dem Löwenmensch, zusammengefügt werden konnten. Mit zwei Kollegen klebte er die über 200 Einzelstücke zu dieser Figur zusammen, die heute im Ulmer Museum ausgestellt ist.

Die Höhlen sind aus Naturschutzgründen (Fledermäuse) ganzjährig gesperrt.

 

Bocksteinhöhle  

 

Die Höhle befindet sich in einer Felsnase ca. 50 m über der Talsohle. Sie ist von der das Tal querenden Landstraße zwischen Öllingen und Bissingen ca. 150 m entfernt. Die Höhle ist ca. 15 x 20 m groß. Auch in der Bocksteinhöhle wurden Artefakte gefunden.

Über der Höhle befindet sich eine Schutzhütte.

Fohlenhaus  

 

Die Höhle ist nach zwei Öffnungen benannt, die sich in einem knapp 20 m hohen Felsen befinden, und die mit Phantasie als Fohlen erkannt werden können.

Sie ist begehbar und befindet sich in einem schönen Talabschnitt nordöstlich von Bernstadt. Zur Höhle führen Wanderwege. In der Talsohle bei der Höhle wurde eine Schutzhütte mit Grillstelle errichtet.

 

Das Waldgebiet um die Höhle ist als Bannwald besonders geschützt. Wie in den anderen Höhlen des Tales wurden Spuren urzeitlicher Besiedelung gefunden.