Der Mensch (Homo sapiens) ist innerhalb der biologischen Systematik ein Säugetier aus der Ordnung der Primaten (Primates), der Unterordnung der Trockennasenaffen (Haplorrhini) und gehört dort zur Familie der Menschenaffen (Hominidae).
Nach neuesten Untersuchungen besteht zwischen den Familien Mensch (Hominidae) und Menschenaffen (Pongidae) eine engere Verwandtschaft als bisher angenommen und
stellen sie daher in eine Familie. Dies bedeutet, dass der Mensch die einzige heute lebende Art der Gattung Homo ist.
Die meisten Versuche des Menschen sich durch besondere Eigenschaften von der Tierwelt und insbesondere den Affen abzugrenzen scheiterten. So gibt es im Tierreich ebenso in die Zukunft gerichtete geplante Handlungen wie auch gezielte Täuschungen. Tiere nutzen Werkzeuge, leben in sozialen Gruppen, betreiben Vorratshaltung, sind kreativ und einige haben zumindest Ansätze von Selbstbewusstsein. Der Umfang, falls sich dies überhaupt abschließend definieren lässt, dieses Selbstbewusstseins ist bislang noch nicht bekannt. Zumindest reicht es wohl nicht so weit, dass sich Tiere ihrer eigenen Sterblichkeit bewusst sind.
Vielleicht ist dies der gesuchte Unterschied, vielleicht ist es aber auch das Ausmaß bzw. die Größenordnung der erwähnten Eigenschaften. Mit diesen Eigenschaften gelang es dem Menschen letzten Endes große Kulturen hervorzubringen. Damit zähmte er das Feuer, erfand das Rad, das elektrische Licht und schaffte es bis zum Mond.
Doch gibt es überhaupt eine Trennungslinie. Sicher hat der Mensch besondere Eigenschaften. Er ist unvergleichlich in seinen planvollen in die Zukunft gerichteten Handlungen. Doch gibt es nicht viele Wesen mit besonderen Eigenschaften, Fähigkeiten und Sinnen auf dieser Erde? Warum stellen wir unsere Besonderheit über die der anderen Lebewesen?
Bei den wissenschaftlichen Fachrichtungen die sich mit der Entwicklung der Menschheit von den Anfängen bis heute beschäftigen, handelt es sich um Archäologie, Paläoanthropologie und Genetik aber auch Soziologie und andere. Zwischenzeitlich wird häufig themenübergreifend geforscht, weil oftmals die Grenzen fließend sind. Allerdings sind auch heute noch viele Vorgänge der Menschwerdung ungeklärt. So sieht man heute allgemein Afrika als die Wiege der Menschheit an (Out of Afrika-Theorie). Es ist jedoch unklar wie es dort zu der für entwicklungsgeschichtliche Verhältnisse rasanten Entwicklung des Menschen kommen konnte. Auch der Lebensraum in dem sich die Entwicklung vollzogen hat ist nicht bekannt. Waren es die Baumsteppe oder der Uferbereich von Flachwasserseen. Beide Landschaftsformen bieten Erklärungsansätze und beide werfen Fragen auf.
Neben der biologischen Entwicklung ist für den Menschen jedoch auch seine kulturelle Entwicklung maßgeblich, welche auf die Entwicklung der Sprache zurückzuführen ist, mit der es dem Menschen erst möglich wurde, Ideen auszutauschen. Der kulturelle Entwicklungsstand des Menschen war zunächst über viele Jahrtausende hinweg nahezu konstant. Mit der Entstehung des modernen Menschen und seiner nachfolgenden Auswanderung aus Afrika beschleunigte sich jedoch die kulturelle Innovation, bis seit Ende der letzten Eiszeit mit dem Aufkommen von Ackerbau und Viehzucht der Mensch erstmals großräumig gestaltend in seine Umgebung eingriff. Seit dieser Zeit besitzt der Mensch eine über weitaus mehr als ein paar Generationen zurückreichende Geschichte, auf deren Grundlage die Individuen agieren müssen.
Trotz zahlreicher Fossilfunde ist unsere direkte Linie letztendlich noch nicht geklärt, sehr wohl ist aber die Richtung bekannt.
Die Entwicklung des Menschen steht in engem Zusammenhang mit erdgeschichtlichen Vorgängen. So waren klimatische Bedingungen, insbesondere die Eiszeiten außergewöhnliche Herausforderungen. Eine herausragende Fähigkeit des Menschen ist seine Anpassungsfähigkeit. Meist sterben Arten bei sich ändernden Bedingungen aus, weil sie nicht in der Lage sind, sich auf die Veränderungen einzustellen. Gerade dies war beim Mensch nicht der Fall, der sich an fast alle Lebensräume der Erde anpasste. Gedanken dazu sind auch im Diskussionsforum eingestellt.
Heute wird allgemein die Out of Afrika-Theorie vertreten, die besagt, dass der heutige Mensch sich von Afrika aus auf dem gesamten Planeten verbreitete. Die Verbreitungsgeschwindigkeit betrug im Schnitt 400 m im Jahr und folgte oftmals Flußläufen (Donautal, Po-Ebene).
In diesem Bereich ist natürlich noch vieles spekulativ. Wann und wo der Homo sapiens auftrat, lässt sich anhand von Kohlenstoffdaten (C14-Methode) vermuten, wonach er die Atlantikküste in Westeuropa frühestens vor ca. 41000 Jahren erreichte. Die Dauer der Koexistenz von Neandertaler und Cro- Magnon ist beispielsweise auch nicht gesichert.
Ca. 70% Wasser, ca. 20% Proteine, ca. 15 % Fett (kann variieren), 5 % Minerale und anorganische Stoffe sind die materiellen Substanzen des Menschen.
Der Mensch wird im Schnitt 1,50 - 2,00 m groß und lässt sich, wie andere Wirbeltiere, in Stütz- und Bewegungsapparat, innere Organe, das Nervensystem und die Sinnesorgane teilen.
Insgesamt zeigt sich bei der Menschheit eine hohe genetische Ähnlichkeit, die eventuell auf eine sehr geringe Population (am Rande des Aussterbens - siehe Diskussionen) während der Evolution
unserer Spezies zurückzuführen ist. Verwandtschaftlich stehen uns Schimpanse, Bonobos, Gorillas und Orang-Utans in dieser Reihenfolge am nächsten.
Der Mensch wird nicht geboren, sondern erzogen. Diese Aussage des Humanisten Erasmus von Rotterdam löst auch heute noch heftige Diskussionen aus. Der Mensch teilt gern in Klassen ein und argumentiert gerne schwarz/weiß, wahrscheinlich um die komplizierten Vorgänge des Daseins zu vereinfachen. Oftmals ist - sowohl, als auch - die treffende Antwort.
Der Mensch hat sich eine Kultur geschaffen, die durch religiöse, geistige Vorstellungswelten geprägt ist. Auch diese Kultur hat von Ahnenkult, Naturkräften über Polytheismus bis zu den großen
monotheistischen Weltreligionen eine Evolution durchlaufen.